Halbmarathon?

Gute Vorbereitung ist wichtig …

Man kann sich auf einen (Halb)Marathon monatelang vorbereiten, in dem man zum Beispiel …

  • drei bis vier mal in der Woche unterschiedlich intensiv trainiert, sprich: Langdistanzen ab 10 km „langsam“ und Kurzdistanzen unter 10 km „schnell“ läuft, dabei immer wieder ein Intervaltraining, also einen Lauf mit abwechselnd langsamen und schnellen Phasen, absolviert sowie regelmäßig auf unterschiedlichem Grund, neben Asphalt also auch auf unbefestigten Wegen, weichen Waldpfaden, sandigen Stränden (die es in Chiang Mai nicht gibt aber egal …) und mehr, und unterschiedlicher Steigung läuft;
  • die Bauch- und Rückenmuskulatur durch gezielte Kraftübungen aufbaut, um den Rumpf zu stabilisieren und so die Wirbelsäule zu schützen;
  • regelmäßig dehnt;
  • auf die Ernährung achtet, sprich: ausgewogen isst, und auf Süßigkeiten und Softdrinks verzichtet;
  • Alkohol zu trinken aufhört (es sind bei mir übrigens schon über zwei Monate, die ich nichts getrunken habe);
  • auch auf Ruhephasen nicht vergisst und sich vor dem Wettrennen halbwegs schont.
Lauf um das Huay Tueng Thao Reservoir im Norden von Chiang Mai

… aber …

Wenige Stunden vor dem Lauf spielen auch noch Faktoren mit, die man vorher vielleicht nicht bedacht hat, auf die man allerdings keinen Einfluss nehmen kann, die aber letztlich darüber entscheiden, ob „es“ etwas wird oder nicht.

Ich habe in der Nacht vom Freitag auf den Samstag ziemlich schlecht geschlafen, womit der Tag vor dem Rennen für mich schon ungut begann. Danach habe ich mein Laufshirt und meine Startnummer beim Start-/Ziel-Punkt im “700th Anniversary Chiang Mai Sport Complex”, einem im Norden der Stadt gelegenen riesigen Sportkomplex zum 700. Geburtstag der Stadt, abgeholt und bin dann mit dem Roller die Strecke des Halbmarathons abgefahren, da diese in der Zwischenzeit ausgeschildert war. Vom Norden des Sportkomplexes sollte es zunächst einmal sehr flach 8 km südlich Richtung Zentrum gehen, dann aber weiter nach Osten durch den Campus der Universität von Chiang Mai und durch den Chiang Mai Zoo, bevor es dann wieder jene 8 km flach zurück ginge. Der Campus und der Zoo liegen am Fuße des Bergs Suthep am östlichen Ende der Stadt und die Strecke wäre hier zum Teil so steil, dass ein Laufen für mich nicht in Frage käme. So hat mich die Motivation verlassen, denn mir war klar, dass sich somit eine Zeit unter 2 Stunden nicht ausgehen würde.

Gegen Mittag bin ich dann nach Hause gefahren und habe versucht, die restlichen 17 Stunden bis zum Lauf zu ruhen und den fehlenden Schlaf nachzuholen. Das ist mir allerdings nicht gelungen, denn die Stunden vergingen und es wurde immer später, ohne dass ich ein Auge zugedrückt hätte. Ich wurde immer unruhiger und unmotivierter, und um drei Uhr in der Früh, als ich dann zum unzähligen Male aus dem Bett gekrochen und mich auch geduscht habe, um dann zum Rennen aufzubrechen, da hatte ich bereits ziemliche Kopfschmerzen, war hundemüde und verspürte keine Lust mehr zum Rennen zu fahren. Also legte ich mich um 4 Uhr in der Früh schließlich ins Bett und verzichtete auf den Halbmarathon.

Es müssen nicht immer Kohlenhydrate sein. Hier: Salat aus grüner Papaya, Tomaten, Kraut und Erdnüssen mit einem scharf-säuerlichen Dressing, dazu gegrillter Fisch

Wenn es nicht sein soll, dann soll es einfach nicht sein

Müdigkeit und die morgendlichen Temperaturen von 10 Grad spielten ebenfalls eine Rolle. Und schließlich drehte sich mir der Kopf über den bevorstehenden nächsten Tag, denn ohne Schlaf ein Rennen um 5 Uhr in der Früh zu beginnen, irgendwann nach 7 Uhr zu beenden, dann nach Hause zu fahren und vor 12 Uhr mittags aus meinem Zimmer ausziehen schien mir ein allzu großer Kraftakt zu sein, auf den ich absolut keine Lust hatte. Manchmal kommt es eben anders als man denkt.

Ganz wichtig: Nassrasierter Schädl und aerodynamischer Gesichtsspoiler. Kann die Zeit wesentlich beeinflussen … 🤣👍

Akzeptieren

Man muss die Dinge so akzeptieren wie sie sind – sagt ein guter Freund immer. Mir war es im Moment vor dem Rennen wichtiger für meine Rückreise nach Wien ausgeschlafen zu sein, statt mich unausgeschlafen und unmotiviert durch ein Rennen zu quälen, und so Raubbau an meinem Körper zu betreiben. Ja, ich habe mich auf das Rennen wochenlang vorbereitet und gefreut. Ja, ich habe mir in den letzen Minuten, bevor es zum Rennen gehen hätte sollen, den Kopf zermartert um herauszufinden, was ich denn will und ob ich den Halbmarathon nicht doch schon laufen sollte. Ja, ich war traurig. Das Rennen hat aber für mich aufgrund der oben genannten Faktoren an Bedeutung und Sinnhaftigkeit verloren. Aber die Entscheidung war die Richtige, zu akzeptieren, dass man manchmal Dinge aufgeben muss, ist wesentlich mehr wert.

Körperfettanteil: relativ niedrig zur Zeit

Und jetzt?

Man, wie ich Laufen hasse. Es geht mir so richtig auf den Sack. Es ist mühsam, es tut sich wenig, man kommt in einer Stunde lediglich 10 km weit und will man einen Halbmarathon unter zwei Stunden laufen, dann bedeutet das eine Menge an Training. Es geht mir am Nerv. Ich habe mir vorgenommen, den Halbmarathon in längstens 1:59:59 zu laufen und das Laufen dann auf den Nagen zu hängen. Ziel wäre erreicht gewesen, warum sich dann also weiter quälen?!

Nun wird es wohl ein anderer Halbmarathon, vielleicht jener in der Wachau, werden müssen. Mann und Frau darf gespannt sein. Hahaha …

😅👍

Und dazwischen halt Kräftigungs-, Ausgleichs- und Dehnungsübungen

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